Film-Gedanken 03

Die Macht des Films auf den ZuschauerWerbung und Agentur ihres Vertrauens STUMM-FILM Medien GmbH

Erinnern Sie sich noch an die Duschszene aus Hitchcocks Film „Psycho“?

 

Sie gilt als eine der blutigsten Szenen der Filmgeschichte. Dieser Film ist sozusagen der Urquell aller nachfolgenden Horrorfilme.

 

Doch ist die Szene wirklich die Szene eines Mordes?

Sieht man überhaupt Blut?

 

Sehen Sie sich die Szene mal an: Psycho - Duschszene (Alfred Hitchcock, 1960)

 

Man sieht eine Frau beim Duschen.

Man sieht eine Gestalt vor der Dusche und man sieht ein Messer.

Doch was sehen wir wirklich? Sehen wir einen Mord?

 

Die Szene ist virtuos inszeniert.

Hitchcock hat sieben Tage an dieser Szene gearbeitet.

Sehen sie nochmals genau hin, denn das Messer dringt nie in den Körper der Frau ein. Es erscheint uns nur so!

 

Aber warum sehen wir einen Mord?


Betrachten wir die Szene näher.

Allein die Musik versetzt uns in Stress. Die nahen, sehr kurzen Einstellungen ebenso. Die gesamte Mischung aus Bildern, Musik und kurzen hektischen Schnitten liefert uns das Gefühl, dass wir selbst in der schrecklichen Situation der Frau zu sein glauben. Unser Herz fängt an zu klopfen. Unser Körper schüttet Adrenalin aus und wir wollen am Liebsten fortrennen oder wenigsten der armen Frau helfen. Wir können nicht mehr klar denken und nehmen wahr, was wir wahr nehmen sollen!


Wir werden manipuliert!

 

Es kommt noch besser.

Nimmt man aus dieser Szene alle Einstellungen raus, in der ein Messer zu sehen ist und legt man den Musiktitel „Je t’aime“ darunter, hat man aus der Mordszene eine lustvolle „Sex-Szene“ gemacht.

 

Wird Film kunstvoll inszeniert und mit Sprache, Geräuschen und Musik perfekt verbunden zu Szenen, welche unsere Hoffnungen, Wünsche, Träume oder Ängste triggern, dann lassen wir uns manipulieren.

Dann hat Film Macht über uns.

 

Positiv wurde das sehr gut genutzt im Film „Good Morning, Vietnam“, der Geschichte um den Radiomoderator Adrian Cronauer (gespielt von Robin Williams).

In diesem Film gibt es eine Szene, die Bilder aus Vietnam kunstvoll mit den schrecklichen Bildern des Krieges mischt und mit dem Lied von Lois Armstrong „What a wonderful world“ untermalt: Good Morning Vietnam (Spielfilm mit Robin Williams)
 

Diese Szene führt uns die Schrecken, die Dummheit und die Hoffnungslosigkeit des Krieges, wie keine andere Szene aus Antikriegsfilmen vor Augen. Diese Szene überzeugt uns, dass Krieg NIE gut sein kann!

 

Auch hier hat der Filmemacher „Macht“ über seine Zuschauer.


Und zurück zu unserer Frage:
Hat Film immer diese Macht?

Die Macht zu überzeugen, zu treiben, zu belustigen, zu manipulieren, zu werben…

 

Ja und nein, denn Film hat nur Macht über den Zuschauer, wenn sich der Zuschauer auf einen Film einlassen möchte, so wie bei einem Kinobesuch.

 

Was ist dann mit Werbung?


Werbung kann funktionieren, wenn wir uns als Zuschauer ernst genommen fühlen und uns deshalb auf die Werbung einlassen. Wenn Werbung kunstvoll, klug, witzig oder informativ gestaltet ist und dem Zuschauer einen echten Mehrwert vermittelt.

 

Einfach nur ein paar Bilder, wenn auch sehr schöne oder aufwendige Bilder, zusammen mit Musik und Effekten zusammen zu fügen und zu hoffen, dass man damit Erfolg hat, funktioniert in der Regel nicht! Das ist meist nur schönes „Augenfutter“, welches vom Zuschauer nicht tiefer wahrgenommen wird.


Film ist ein wundervolles Mittel, er muss aber gut gemacht und mit Bedacht eingesetzt werden. Denn nicht jeder Werbefilm, Erklärclip oder Youtube-Clip führt zum erhofften Ergebnis des Auftraggebers.


Im Gegenteil, denn die „Macht“ eines schlecht gemachten Films, kann auch negative Auswirkungen auf Produkte oder Unternehmen haben.