Film-Gedanken

Was ist ein Film?

Das Wort „Film“ stammt noch aus der Zeit, als die Bilder laufen lernten.

Als laufende Bilder, also Fotografien in einer seriellen Reihe, noch auf Nitrozellulose gebannt wurden.

 

Die Herstellung war aufwendig und teuer, was zur Folge hatte, dass man sich im Vorfeld überlegen musste, welche Situation, welche Geschichte man erzählen möchte.

 

Bei der heutigen Flut an Videos und sogenannten Filmen, möchte ich eine kleine Reihe "Film-Gedanken" starten.

 

Ich behaupte, wären die ersten Filmemacher bei „galoppierenden Pferden“ oder „einfahrenden Zügen“ geblieben, statt Geschichten, wie den ersten, erzählenden Film „Soldiers of the Cross“ (Premiere 13.9.1901 in Melbourne) zu produzieren, dann wäre das Medium Film voraussichtlich erst mal nur eine Jahrmarktsattraktion geblieben.

Denn die Brüder Lumière sahen den Film nur als eine Ergänzung zur Fotografie – als „lebendige Fotografie“ (was heute wieder in einer etwas anderen Art neu entdeckt wird, könnte man sagen, unter dem Begriff „Cinemagraph“ (https://blogs.adobe.com/creative/de/bewegte-bilder-so-entstehen-cinemagraphs/ ) – und beschränkten sich in ihrer Arbeit auf die Dokumentation realer Ereignisse.

 

Doch wir alle wissen, Film ist mehr!

 

Der französische Illusionist Georges Méliès erkannte das narrative (erzählende) Potential des jungen Mediums und produzierte ab 1896 ausschließlich inszenierte Filme (Seine Geschichte wurde im Film „Hugo Cabret“ exzellent erzählt : https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Cabret.

 

Filme sind spannende, emotionale oder lustige Geschichten. Sie führen uns heraus aus dem Alltag, in eine andere Realität, so wie schon die Geschichtenerzähler früherer Zeiten.


Und auch wenn heute die Technik der Filmproduktion keinen „Film-Streifen“ mehr benötigt und erheblich günstiger in der Herstellung ist, unterscheidet sich ein guter von einem schlechten Film durch seine Geschichte und die Wirkung auf seine Zielgruppe die Zuschauer.

 

Deshalb gilt auch noch heute, in Zeiten von Youtube und Instagram, die gut konzipierte Geschichte macht, dass ein Film ein „Film“ und nicht nur ein „Video-Jingle“ einer Situation oder ein Rezept-Video - nach dem Ablauf "Man nehme" - ist.